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100 junge Absolventen erhalten ihre Gesellenbriefe

Meppen. Rund 100 Junghandwerker haben ihre praktischen und theoretischen Prüfungen abgelegt. Im Rahmen einer großen Feier im voll besetzten Kossehof wurden am Wochenende den Absolventen die Gesellenbriefe überreicht.


Kreishandwerksmeister Andreas Nünemann sagte, der Berufsabschluss im Handwerk sei etwas Besonderes. Dies habe zum einen mit der Bewältigung theoretischer Aufgaben, zum anderen mit praktischen Arbeiten und einem fehlerfreien Umgang mit Maschinen und Werkzeug zu tun, sagte Nünemann. „Das macht das Besondere aus und unterscheidet die Abschlussprüfung im Handwerk von vielen anderen Prüfungen“, meinte er.


Kreisdezernent Marc-André Burgdorf erklärte, mit diesen Prüfungen sei das Fundament für das weitere Leben gelegt worden. Die Geprüften zeigten mit diesem Abschluss, dass sie Charakter und Durchhaltevermögen hätten. Damit lobte er die neuen Gesellen für ihren Weg in den vergangenen Jahren. „Man wird in dieser Ausbildung auch geformt, und verzeihen Sie bitte den Ausdruck, es gibt auch Situationen, in denen man Dreck fressen muss“, ging er weiter auf den alten Spruch ein, dass Lehrjahre eben keine Herrenjahre sein könnten.


„Wissen ändert sich“

Burgdorf ging auch auf das sich ständig verändernde Wissen ein, das sich junge Menschen heute aneignen könnten. „In fünf Jahren wird vieles schon wieder ganz anders sein“, mahnte er die Absolventen, sich stetig weiterzubilden. „Zu einem guten Handwerker gehören auch die Sekundärtugenden, wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Freundlichkeit“, forderte er die Gäste auf, diese Werte nicht außer Acht zu lassen.

Das Handwerk, häufig als Familienbetrieb geführt, sei eindeutig eine Stütze der deutschen Marktwirtschaft, sagte Burgdorf weiter. „Bleiben Sie hier im Emsland oder kommen nach einiger Zeit wieder zurück, weil wir Sie hier im Emsland als Menschen und als Arbeitskräfte brauchen“, gab er den jungen Leuten mit auf ihren Weg. Natürlich wisse er, dass das Handwerk auch zu kämpfen habe. Das liege aber nicht daran, dass es keine Aufträge gebe. „Das Handwerk hat ganz einfach Nachwuchssorgen, obwohl viele andere Länder die Bundesrepublik wegen ihres Ausbildungssystems beneiden“. Er hoffe, dass sich doch wieder mehr junge Menschen beim Handwerk bewerben.


Neue Botschafter

Während der Freisprechung riet Kreishandwerksmeister Nünemann den jungen Leuten, selbstbewusst durchs Leben zu gehen. „Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie durch Ihre Arbeit ab sofort zu den Botschaftern des Handwerks gehören.“ Es gebe eine Verpflichtung, gegenüber den Arbeitgebern, Kunden, Kollegen und erst recht gegenüber den zukünftigen Auszubildenden, immer verantwortlich zu handeln, rief Nünemann den neuen Kollegen zu.

 

Für die Absolventen sprach die neue Kfz-Mechatronikerin Tabea Opitz, die sich nach dem Abitur für einen Handwerksberuf entschieden hatte. Optiz freute sich, dass sie nach der Ausbildung in ihrer Werkstatt ziemlich schnell selbst habe Hand anlegen dürfen. „Ich weiß, dass heute im Beruf das Prinzip des lebenslangen Lernens gilt“, ging sie auf die Rede von Burgdorf ein. Schade finde sie allerdings, dass sie, trotz vieler Bewerbungen, keinen Arbeitsplatz angeboten bekommen hätte.

 

Duales Studium

Opitz gehört unter anderem zu den neun Jahrgangsbesten. Jetzt geht die junge Frau nach Osnabrück, um dort ein Duales Studium mit Fachrichtung Fahrzeugtechnik zu beginnen. Die Gesellenbriefe für die Jahrgangsbesten übergaben anschließend Bürgermeister Helmut Knurbein, Landtagsabgeordneter Bernd-Carsten Hiebing, Marc-André Burgdorf und Andreas Nünemann.

 

Prüfungsbeste des Winters 2017:

  • Niklas Binnenbrinkmann, Ausbildungsbetrieb Fangmeyer, Herzlake, Elektroniker
  • Mirco Reimann, Bundeswehrdienstleistungszentrum Leer, Elektroniker
  • Christoph Thien, Elektro Koers und Wegkamp, Twist, Elektroniker
  • Tabea Opitz, Betrieb Wilhelm Albers, Meppen, Kfz-Mechatronikerin
  • Terence Schermer, Autohaus Tieck, Meppen, Kfz-Mechatroniker
  • Dominik Golla, Bergmann Maschinenbau, Meppen, Feinwerkmechaniker
  • Yannick Smolarek, Lammers Formen- und Maschinenbau, Haren, Feinwerkmechaniker
  • Philipp Burwig, Firma Barlage, Haselünne, Metallbauer
  • Johannes Hoormann, Firma Barlage, Metallbauer
 
Quelle: Meppener Tagespost / www.noz.de  
Fotos/Text: Heiner Harnack

 


Fotos der Veranstaltung finden Sie hier