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Kreishandwerkerschaft Emsland Mitte-Süd baut Ausbildungsinitiative aus

Meppen. Die Kreishandwerkerschaft Emsland Mitte-Süd weitet ihre Ausbildungsinitiative „Zukunft Handwerk“ aus. Inzwischen sind alle Innungen der Region mit an Bord, der Internet-Auftritt wurde runderneuert und die Zusammenarbeit mit den Schulen erweitert.

 

Das Logo von „Zukunft Handwerk“ zeigt eine steigende Rakete. Karrieremäßig rasant nach oben bringen müssen sich die angehenden Handwerkslehrlinge und künftigen Gesellen und Meister letztlich selbst, doch die Kreishandwerkerschaft will ihnen zur Seite stehen, Mittel und Wege aufzeigen. Also, um im Bild zu bleiben, Anschubhilfe leisten.

 

Deshalb startete sie im Spätsommer 2012 ihre Ausbildungsinitiative. Zunächst auf drei Innungen beschränkt, nämlich Sanitär-Heizung-Klima (SHK), Kfz und Metallbau, und bis auf SHK nur im mittleren Emsland aktiv, wurde sie nach und nach um weitere Gewerke erweitert. „Das Projekt hat sich gut entwickelt“, lautet die Zwischenbilanz von Harald Hüsers, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft in Meppen. Da lag eine Ausweitung nahe – und wurde 2017 auch beschlossen. Nun nehmen alle Innungen des mittleren und südlichen Emslands teil, von Bau- über Friseur- bis Zweiradhandwerk. Der Name wurde derweil auf „Zukunft Handwerk“ verkürzt.

 

Lehrstellenbörse

Das Image des Handwerks aufpolieren und langfristig qualifizierten Nachwuchs sichern – so lauten die Kernziele. Erreicht werden sollen sie durch Werbung, Begleitung der Azubis und Schritte zur Verbesserung der Lage auf dem Lehrstellenmarkt. Ein wichtiges Werkzeug ist dabei die Internetseite, die schon zuvor hohe Zugriffszahlen verzeichnete: Auf www.zukunft-handwerk.net können Betriebe, die Azubis suchen, Inserate einstellen – und junge Leute, die eine Lehrstelle suchen, können sich hier orientieren.

 

Unverändert geblieben ist die Grundstruktur des Webauftritts, allerdings sieht dieser jetzt moderner aus und ist für den Zugriff per Smartphone geeignet. Zentraler Menüpunkt ist die Ausbildungsplatzbörse, auf der Betriebe freie Stellen anpreisen. Zuletzt habe man rund 450 Ausbildungsverhältnisse im Jahr verzeichnet. „Das wollen wir auch halten“, bekräftigt Hüsers.

 

„Die umgestaltete Seite wird unsere Dachmarke für Nachwuchswerbung sein“, sagt Horst Hagemann. Dies, so der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Emsland Mitte-Süd, sei besonders aus zwei Gründen wichtig: Durch den demografischen Wandel gebe es weniger potenzielle Bewerber als früher, und heutzutage bildeten wieder mehr Betriebe aus als in früheren Jahren.

 

Perspektiven aufzeigen

Ein weiteres Werkzeug der Initiative ist die Werbung auf Jobmessen und an Schulen. Dort wird auch auf die Möglichkeit hingewiesen, als Abiturient einen Handwerksberuf zu ergreifen, „denn Abi und Handwerk schließen sich nicht aus, im Gegenteil“, meint Hüsers. Damit in Verbindung steht auch der Menüpunkt „Perspektive & Karriere“. Er zeigt, welche Chancen sich denen bieten, die den Gesellenbrief schon in der Tasche haben: etwa ein Studium oder die Meisterprüfung. Und die ist nach Hagemanns Worten „wirklich wieder nachgefragt“, nicht zuletzt aufgrund der Meisterprämie in Höhe von 4000 Euro, die seit Mitte Mai beim Land beantragt werden kann.

 

Zu den Facetten von „Zukunft Handwerk“ zählt ebenso das Angebot der Vertiefungslehrgänge, die laut Hüsers gute Prüfungsleistungen ermöglichen sollen. Nachhilfe gibt es in Theorie und Praxis, von Mathematik bis Schweißen, denn die Anforderungen in den Ausbildungen und Berufsbildern sind gestiegen. Das Ganze zeige Wirkung, so Hüsers: Die Prüfungsresultate hätten sich verbessert, „und auch die Betriebe sind froh darüber“.

 

Quelle: Meppener Tagespost 20.06.2018

Foto: Tim Galandi